Rheintaler 15. Oktober 2007
Der Ribel gehört zur Heimat
Ribelmais, Rheinholzen, Schollenstechen: das Urtypische des Rheintals wurde im Schweizer Fernsehen gezeigt
berneck/Diepoldsau. Am Samstagabend war zum zweiten Mal das Rheintal Gast in der Sendung «Hopp de Bäse». Schweizweit erfuhren die Zuschauer einiges über heute noch gepflegte Traditionen im Rheintal.
Bea sutter
Mit Spannung wurde auf dem Fahrmaadhof von Familie Brigitte und Stefan Britschgi in Diepoldsau der Beginn der Sendung «Hopp de Bäse» erwartet. Stefan Britschgi hatte auch Rolf Künzler aus St. Margrethen und seine Tochter Rosa sowie Christian Eugster, einen befreundeten Landwirt aus Au, zum gemeinsamen Anschauen der Sendung eingeladen. Rolf Künzler ist Präsident des Vereins Rheintaler Ribelmais und Stefan Britschgi, Vertreter der Produzenten. Der Gastgeber erläuterte in der Sendung die Produktion, die Verarbeitung und die Anwendungsbereiche des traditionsreichen Nahrungsmittels im Rheintal. Die anderen waren entweder als Mitwirkende im Hintergrund tätig oder als Zuschauer auf dem Weingut am Rosenberg von Tobias Schmid und Sohn in Berneck. Während noch Werbung lief, sagte Stefan Britschi, dass es ihm bei den Aufnahmen vorgekommen sei wie an einer Prüfung. «Man konnte sich nicht vorbereiten. Kurt Zurfluh stellte einfach die Fragen, und diese musste man spontan beantworten». Auch den Film zu kommentieren sei schon eine Herausforderung gewesen. Endlich begann die Sendung. Peter Schmid fuhr mit dem Traktor auf. Die Gäste entstiegen dem Anhänger. Kurt Zurfluh verlieh der Freude Ausdruck, zum zweiten Mal aus dem Rheintal zu senden.
Traditionelles und Modernes
Nach einem musikalischen Auftakt von Toni und Markus Nauer war dann Stefan Britschgi im Bild vor einer grossen Ribelpfanne, wo der Ribel ununterbrochen gerührt wurde. Früher sei der Ribel «Arme-Leute-Nahrung» gewesen, heute sei er ein vielfältig verwendbares Produkt in der gesunden und modernen Küche. «Der Mix von traditionellem und Modernem ist gefragt», sagte Stefan Britschgi.
Mit musikalischen Beiträgen bereicherten der Männerchor Rüthi, das Seestern-Quintett und die Whiskey Rivers sowie das Jodelchörli Berneck die Sendung.
Rheinholzer, Schollenstecher
Auch bei den nächsten Film- und Gesprächsbeiträgen ging es um urtypische Rheintaler Tätigkeiten. Kuno Bont, der vor einigen Jahren einen Film über das Rheinholzen produzierte, erläuterte den Ursprung des Rheinholzens. Es war früher eine Möglichkeit, kostenlos Brennholz zu beschaffen. Ums Heizen zu Grossvaters Zeiten ging es auch im Beitrag über das Torfstechen. Davon konnte Gebhard Loher über «die Schollen» im Bannriet einiges erzählen. Sympathisch waren zudem seine pointierten Kommentare.
Gute Werbung fürs Rheintal
Nach der Sendung äusserten sich Rolf Künzler und Stefan Britschgi zufrieden. «Der Beitrag ist gelungen. Wenn man auch nicht in die Tiefe gehen konnte. Dazu war die Zeit viel zu kurz», sagte der Präsident des Vereins Rheintaler Ribelmais. Weil für die Mitglieder des Vereins, das sind Produzenten, Gastronomen, Müller und Lohnunternehmer, der Ribelmais von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist, so sei es wichtig, dass dies auch breit kommuniziert werde. «Heute hat der Ribelmais Kultstatus», sagt Stefan Britschgi. Und dass das Schweizer Fernsehen dank einer Empfehlung durch Göpf Spirig vom Verein St. Galler Rheintal auf ihn zugekommen sei, freue ihn umso mehr. «Die ganze Sendung vermittelte einen Eindruck über die Traditionen, die Verbundenheit und die Verwurzelung der Bevölkerung mit ihrer Heimat.» |