Rheintaler vom 17.10.2007
Ribel und Fisch, wies im Buche steht
Hampi Trachsel fand als einziger Ostschweizer Aufnahme im «Amitié gourmande» (Freundschaft des Genusses)
BURIET. Im «Gault Millau» fand er bisher erstaunlicherweise keine Aufnahme. Dafür schaffte «Schiff»-Wirt Hampi Trachsel mit einem ausgetüftelten Menü den Sprung ins Gourmet-Buch von Starköchin Irma Dütsch.
Rudolf Käser
Er ist das Urgestein auf dem Hotel-Restaurant Schiff im Buriet. Und Hampi Trachsel ist ein Tüftler der Küche. Der «Ribelkönig», wie er von vielen genannt wird, schaffte mit einem Viergangmenü den Sprung in das beeindruckende Buch «Amitié gourmande». Zwei seiner Kochpassionen, Ribelmais und Fisch, prägen sein darin präsentiertes Gourmetmenü.
Immer auf Ideensuche
Der Umschlag des eben im Verlag Weber AG, Thun-Gwatt, erschienenen Buches «Amitié gourmande» zeigt Hampi Trachsel auf dem Motorrad, zusammen mit der Starköchin Irma Dütsch. Jeder der 23 im Buch vorgestellten Köche und Gastronomiebetriebe erscheint mit einem eigenen Umschlag. Dass Hampi Trachsel Aufnahme in das Buch hervorragender Köche fand, verdankt er einerseits seiner ständigen Ideensuche in der Küche und anderseits Verbindungen über das «Culinarium», einer vom Kanton St. Gallen unterstützten Organisation, die heimische Produkte fördert. «Ich bin immer auf Ideensuche. Bekannt wurde ich durch meine vielen Ribelmais-Kreationen der vergangenen Jahre.» Bereits habe er über 30 Variationen an Ribelmais-Gerichten von salzig bis süss kreiert, sagt der Kochtüftler.
Stolz über die Aufnahme
Eine zweite Passion in seiner Kochleidenschaft seien Fische, präziser ausgedrückt Bodenseefische. «Wir bedienen unsere Gäste im Restaurant Schiff ausschliesslich mit Bodenseefischen. Dafür arbeiten wir eng mit dem Altenrheiner Fischer Claudio Goertz zusammen.» Hampi Trachsel weist eine lange und von Erfolgen geprägte Kochkarriere auf. Seit Jahrzehnten ist er Besitzer des Landgasthofs Schiff in Buriet. Nach der Bäcker-Konditor-Lehre in Biel absolvierte er eine zweite Lehre zum Koch. Neben anderem stellte er sein Können in den Dienst verschiedener Kochkunst-Ausstellungen im In- und Ausland, war ab 1980 Kochkunst Equipenchef des CCC St. Gallen-Ostschweiz und Obmann der Schweizerischen Gilde etablierter Köche. Zu seiner langen Erfolgsliste gehören neben anderem der Europameistertitel 1982 in Luxemburg mit der Gilde etablierter Köche.
Buch mit Widmung
Trotz seines hohen Fachwissens und Könnens musste er auch Enttäuschungen verkraften. «Ich wurde bisher nie im <Gault Millau> aufgenommen, weshalb, wurde mir nie mitgeteilt.»
Um so grösser empfinde er Freude darüber, dass er nun Aufnahme in das Buch «Amitié gourmande» gefunden habe. «Ich bin der einzige Koch östlich von Zürich, der darin Aufnahme fand. Darüber bin ich schon ein wenig stolz.»
Im edlen, 350-Seiten umfassenden Buch sind mehr als 100 Rezepte von Irma Dütsch und besten Schweizer Köchen aufgeführt. Hampi Trachsel besticht darin mit einem verführerischen Viergangmenü, das sowohl in seiner Kreativität wie im Gaumen kaum Wünsche offenlässt. Er schildert sein Menü kurz gefasst: Ribelmaissuppe, enthalten eine Ribelwaffel, Fischfilet «Lacus Brigantium» mit Bodenseefischen wie Saibling, Felchen, Egli je nach Saison, dabei Blattspinat in eine Ribelmaisrolle eingerollt, garniert mit einem Kreisel Sauce und frischen Eierschwämmen. Im Hauptgang folgt ein Rheintaler «Sunntigsschmaus», mit Ribelspitzen, gebratenen Fleischwürfeln, eine farbenfrohe Gemüsegarnitur und ein leichtes «Rahmsösschen napiert». Als Nachspeise wird eine Aprikosenvariation Culinarium oder je nach Saison etwas in dieser Richtung serviert.
Besucher, die neben anderen auch dieses Menü in Rezeptform haben möchten, können das Buch im Restaurant Schiff erstehen. «Ich schreibe in jedes Buch eine persönliche Widmung», verspricht der Meisterkoch.
«Amitié gourmande», 100 Gourmet- Rezepte von Irma Dütsch mit vier Culinarium-Rezepten von Hanspeter Trachsel vom Landgasthof Schiff, Buriet/Thal. 352 Seiten, über 600 Bilder, Deutsch/Französisch, vierfarbig gebunden, ISBN-Nr. 978 3-909532-48-3, Fr. 89.–, www.weberag.ch |