Rheintaler vom 26.10.2005
Ribel ist ideale Sportlernahrung
Karin Büchel fand eine Erklärung, weshalb man vor Ausdauer-Wettkämpfen Ribel essen soll
Hinterforst. Im Volksmund gilt seit langem: vor Ausdauersport und körperlicher Schwerarbeit soll man Ribel essen. Die angehende Sekundarlehrerin Karin Büchel hinterfragte diese Volksweisheit und fand in den Mineralsalzwerten des Ribels eine Antwort.
Thalia Wettstein
Gleich als Erstes bemerkt Karin Büchel, dass sie zu Beginn nie gedacht hätte, dass ihre Diplomarbeit so umfangreich werden würde. Auf der Suche, was den Ribel als ideale Nahrung vor einem Wettkampf von Mais und Spaghetti abhebt, wuchs die Arbeit beinahe von selbst.
Die PHS-Studentin (Pädagogische Hochschule St.Gallen) investierte schliesslich viel mehr Zeit als vorgeschrieben in ihre Arbeit. Sie analysierte im Labor selbst die Mineralsalzwerte des Ribelmaises.
Noch nie untersucht worden
«Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich selbst Sport mache und wissen wollte, ob an dieser Volksweisheit etwas Wahres dran ist», erklärt Karin Büchel. Zuerst habe sie die Nährwerte der drei typischen Wettkampfsmahlzeiten - Spaghetti, Polenta und Ribel - verglichen. «Diese Werte lagen so nahe bei einander, dass schnell klar wurde, dass der ausschlaggebende Unterschied nicht hier liegen konnte», sagt die Studentin. Karin Büchel suchte deswegen Informationen über die Mineralsalz- und Vitaminwerte des Ribels. Sie fragte bei verschiedenen regionalen und nationalen Zentralen nach. Die einzige Erkenntnis war, dass noch niemand Ribel so genau untersucht hatte. «Es blieb mir nichts anderes übrig, als die Analysen selber zu machen», berichtet die 23-Jährige. Im Labor der PHS hat sie normalen gelben Mais, Ribelmais und Hartweizenmehl - daraus werden Nudeln gemacht - untersucht.
Höhere Mineralsalzwerte
Bei diesen Untersuchungen hob sich der Ribel von den übrigen zwei Nahrungsmitteln ab. Ribelmais hat einen bedeutend höheren Kalium- und Magnesiumwert. Dadurch kann vor einer sportlichen Leistung ein Basen-Vorrat angelegt werden, der die durch die sportliche Leistung produzierte Milchsäure innert Kürze abtransportiert. Dies verhindert eine frühzeitige Übersäuerung des Körpers. Der Säure-Base-Haushalt wird optimal im Gleichgewicht gehalten. Diese Erkenntnisse sind besonders für die Vermarktung des Ribelmaises positiv. Es ist ein Argument mehr, das für das oft vergessene Nahrungsmittel spricht. Der Ribelmais ist ausserdem auch ökologisch sehr wertvoll. Er ist im Gegensatz zu vielen Kulturpflanzen kein Hybridmais. Das heisst: er ist genetisch nie verändert worden und ist somit eine Urform.
Vitaminanalyse nicht machbar
Karin Büchel hätte gerne auch die Vitaminwerte von Ribel in ihre Arbeit integriert. Es sei jedoch nicht möglich gewesen, sie mit der Ausstattung des Hochschullabors zu ermitteln. Weshalb sie beschloss, auf diesen Aspekt nicht weiter einzugehen. Trotzdem ent- hält die Diplomarbeit der Hinterforsterin wertvolle Erkenntnisse. Sie sind besonders interessant, da Ribelmais noch nie so genau analysiert wurde und die hohen Mineralsalzwerte, die Karin Büchel ermittelte hatte, vorher unbekannt waren.
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