Rheintaler vom 27. Februar 2003
Mit «Festbier» neue Erfolge feiern
Ein Sonnenbräu-Maisbier mit 99 Prozent Rheintaler Rohstoffen als «Festbier» zum Kantonsjubiläum
rebstein. Bier wird zwar immer getrunken, aber nicht immer gleich viel. Um erfolgreich zu bleiben, lanciert die Firma Sonnenbräu ein Festbier zum St.Galler Kantonsjubiläum.
gert bruderer
Die Konkurrenz hat sich das Recht gesichert, ein «Jubiläumsbier» zu verkaufen - Sonnenbräu darf sein Maisbier dank eines Sponsorenbeitrages fürs Kantonsjubiläum «Festbier» nennen. Das ist eine Bezeichnung, die leicht über die Lippen geht und daher Erfolg verspricht. Wo das Festbier der Rheintaler Brauerei ausgeschenkt wird, entscheidet der jeweilige Veranstalter, der in der Wahl der Getränke frei ist. Der gestrigen Degustation wohnten Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, Nationalrat Toni Brunner und Kantonsrat Beat Tinner bei.
Mit Rheintaler Mais und Gerste
Das Besondere am Sonnenbräu-Festbier ist, dass es hundertprozentig aus Schweizer Roh- stoffen besteht - und zu 99 Prozent sogar aus St.Gallischen. Für die Herstellung wird Rheintaler Ribelmais mit geschützter Ursprungsbezeichnung, Rheintaler Braumalz und Hopfen aus dem Kanton Zürich verwendet. In Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Schule Rheinhof in Salez ist im letzten Jahr damit begonnen worden, im Rheintal Braugerste anzupflanzen. 30 Ton- nen konnten für die Bierproduktion gebraucht werden. Sonnenbräu hat sich verpflichtet, den Produzenten jeweils die gesam-te Ernte abzunehmen. In der Schweiz wurde erstmals seit über einem halben Jahrhundert wieder Braugerste angepflanzt. «Mit der Produktion von Braugerste im Rheintal haben die Konsumenten die Möglichkeit, ‹ihr› Bier in der eigenen Region wachsen zu sehen», meinte gestern Jakob A. Wickli, im «Rheinhof» tätiger landwirtschaftlicher Berater. Somit könne den Konsumenten eine möglichst grosse Transparenz auch in der Produktion von hochwertigem Qualitätsbier geboten werden. Sollten sich die positiven Angaben über die Bierqualität bestätigen, sei wohl ein Ausbau der Braugersten-Produktion im Rheintal zu erwarten.
Immer wieder gute Ideen
Die Firma Sonnenbräu hat in der Vergangenheit immer wieder mit guten Ideen aufgetrumpft. 1989 lancierte das Unternehmen das Rheinperle-Pilsnerbier, und 1991 überraschte die Brauerei mit ihrem Rheintaler Maisbier, welches in eine attraktive Relief-Bügelflasche abgefüllt wird. 1995 brachte Sonnenbräu sein Ice-Bier auf den Markt, was von der Konkurrenz schon bald nachgeahmt wurde. «Mit dem neuen Maisbier», freut sich Arnold Graf, «verfügen wir nun wieder über etwas Einzigartiges.»
Schutz vor Nachahmern
Zum Schutz vor «Trittbrettfahrern», die nur wenige einheimische Zusätze verwenden, hat Sonnenbräu sein neues Bier von «Culinarium» zertifizieren lassen. «Culinarium» ist ein kantonales Absatzförderungsprojekt mit einer klaren Markenpolitik. Die Marke Culinarium steht für die kontrollierte Qualität regionaler Produkte und Spezialitäten (Gütesiegel) sowie für die herkunft aus der Nähe (Regions- bezeichnung). Mit «Culinarium» wird das Ziel verfolgt, den Absatz in der Land- und Ernährungswirtschaft zu sichern und die Wertschöpfung in den Regionen zu erhalten.
«Leider» mehr Einwegflaschen
Bier in Einweg-Verpackungen macht Sonnenbräu-Geschäftsleiter Arnold Graf keine Freude. Nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen ist ihm Bier in Mehrwegflaschen lieber. Bei der Kundschaft sind die Einwegflaschen allerdings beliebt: Während der jährliche Bierkonsum in der Schweiz in den letzten 20 Jahren von 4,6 auf 4,1 Mio. Hektoliter zurückgegangen ist, hat der Bierabsatz in Einweg-Verpackungen klar zugelegt, nämlich von knapp einer halben Million auf über eine Million Hektoliter. Diese Entwicklung beobachtet Arnold Graf seit Jahren «mit schlechtem Gefühl». Trotzdem mag die Firma Sonnenbräu den Trend zu Einwegflaschen nicht ignorieren. «Wir haben uns der Situation angepasst», meinte Graf an der gestrigen Presseorientierung. Die Firma bietet zwei Produkte neuerdings in Einweg-Verpackung an und hat daher eine neue Verpackungsanlage in Betrieb genommen. (gb)
ID-Nr. Rheintaler 751289
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