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aktualisiert 12.8.2009
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Rheintaler vom 6.7.2004

«Fein - und trotzdem nicht langweilig»

Die dritte Braugersten-Ernte steht bevor - Brauerei und Landwirt sind zuversichtlich

widnau. Seit mehr als einem Jahr wird das Rheintaler Maisbier mit der 2002 erstmals in der Region angepflanzten Braugerste gebraut. Das Maisbier ist der Renner.

marion loher

«Im vergangenen Jahr haben wir 40 Prozent mehr Maisbier verkauft», sagt Arnold Graf, Geschäftsführer der Sonnenbräu AG, sichtlich stolz, und dieses Jahr sollen es noch mehr werden. Die Chancen stehen gut.

Seit 1990 braut die Sonnenbräu AG in Rebstein Maisbier, und seit 1998 verwendet sie dafür Rheintaler Ribelmais. 2002 wurde nach über 50 Jahren zum ersten Mal in der Schweiz wieder Braugerste zu Brauzwecken angebaut. Seit mehr als einem Jahr nun wird das culinariumzertifizierte Maisbier mit dieser Braugerste - das heisst mit dem daraus resultierenden Braumalz - gebraut. Mit Erfolg. «Die Qualität des Maisbiers ist ausgezeichnet», sagt Jakob Wickli vom landwirtschaftlichen Zentrum Rheinhof in Salez, und um es mit dem Zitat eines deutschen Bierfachmanns zu präzisieren: «Fein - und trotzdem nicht langweilig». «Dieses Urteil darf als grosses Kompliment aufgefasst werden», so Wickli. Der Braugersten-Anbau ist ganz klar auf Qualität ausgerichtet. «Ohne Qualität in der Grundlage keine Qualität im Endprodukt, und die Gerste gelangt in die Tierfütterung», sagt Wickli. Das Besondere am Maisbier ist, dass es zum grössten Teil aus Schweizer-Rohstoffen besteht. Dazu gehört auch die Braugerste. Diese gedeiht unter anderem auf dem Hof von Landwirt Peter Nüesch in Widnau. In drei bis vier Wochen wird das zwei Hektaren grosse Gerstenfeld zum dritten Mal geerntet. «Wenn kein heftiges Gewitter mehr kommt, sollte es eine gute Ernte werden», sagt Nüesch. Bereits im ersten Jahr konnten sich die Verantwortlichen über eine gute Gerstenqualität freuen. Im 2003 hingen gabs in Teilen des Rheintals Sommergewitter, die die Felder niederdrückten. Ein Verlust für Landwirt und Brauerei war die Folge («Rheintaler» vom 6. Januar). «In diesem Jahr können wir uns keine Schäden leisten», sagt Arnold Graf von der Sonnenbräu AG. «Wir haben praktische keine Rohstoffe mehr. Wir müssen nach der Ernte sofort mit der Verarbeitung beginnen.»

Stichwort

Braugerste

Die angepflanzte Gerste ist eine 2-zeilige Sommergerste. Im Gegensatz zur 6-zeiligen Futtergerste darf sie nur einen minimalen Eiweissgehalt (unter 11,5 %) aufweisen, was durch restriktives Düngen und geeignete Bodenwahl erreicht wird. (ml)

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